Ist der Kapitalismus am Ende?

börse2Mit dem Fall des eisernen Vorhangs am 2.5.1989 und dem anschließenden Zusammenbruch der kommunistischen Planwirtschaft schien es, als hätten sich der Kapitalismus bzw. das System der freien Marktwirtschaft endgültig und unwiderruflich durchgesetzt.

Seit 2008 steckt die Weltwirtschaf in der größten Krise seit der großen Weltwirtschaftskrise von 1929 und die Anzeichen deuten darauf hin, dass es eher zu einer Verschärfung als zu einer Erholung kommen wird.

Werbung

Die Notwendigkeit von Wirtschaftswachstum

Ein bestimmtes Wirtschaftswachstum wird von den meisten Ökonomen als notwendig angesehen, um eine Erhöhung der Arbeitslosenquote zu vermeiden oder diese zu verringern.

Das okunsche Gesetz (auch Okuns Gesetz) beschreibt die Korrelation zwischen Produktionswachstum und Arbeitslosigkeit in einer Volkswirtschaft, die erstmals von Arthur Melvin Okun (1928–1980) anhand von Wirtschaftsdaten aus den USA untersucht wurde. Die Hauptaussage des Gesetzes besteht darin, dass ein über eine bestimmte Rate hinausgehendes Wachstum, normales Produktionswachstum oder Beschäftigungsschwelle genannt, mit einem Rückgang der Arbeitslosenquote einhergeht. Ist das Wirtschaftswachstum niedriger als das normale Produktionswachstum, steigt die Arbeitslosenquote.

Exponentielles Wachstum

Wenn unsere Wirtschaft jedes Jahr um einen bestimmten Prozentsatz wächst, dann spricht man von exponentiellem Wachstum.

Die Charakteristik exponentiellen Wachstums soll hier am Beispiel eines über die Jahre mit dem gleichen Prozentsatz verzinsten Kapitals veranschaulicht werden. Es sei n die Anzahl der Jahre, die ein Anfangskapital verzinst werde, dann errechnet sich das akkumulierte Kapital nach n Jahren mit der Formel:

Zinseszinsen

Ein Gedankenexperiment

euro-centAngenommen ein Zeigenosse von Jesus Christus eröffnet ein Sparbuch mit einem Anfangskapital von 1 Eurocent. Sein Guthaben werde stetig mit 1% pro Jahr verzinst. Wie groß wäre sein Guthaben heute, 2000 Jahre später?

Setzen wir in die obige Formel als Anfangskapital den Betrag von 1 Eurocent, für den Zinssatz  p = 1% und für die Laufzeit n = 2000 Jahre ein, erhalten wir den Geldbetrag, auf den das Kapital nach 2000 Jahren angewachsen ist:

K2000

Das Guthaben beliefe sich auf den beachtlichen Betrag von 4.392.862€.

Nun erscheint eine Verzinsung von 1% p.A. nicht wirklich bemerkenswert zu sein. Wir fragen uns daher, wie groß das Guhaben bei einer Verzinsung von 2% bzw 3% wäre? Setzen wir für p = 2% bzw 3% in die obige Formel en, erhalten wir:

K2000_2

Einfach unvorstellbar: durch eine relativ geringe Verzinsung von 3% wächst ein Geldbetrag von einem Eurocent im Laufe von 2000 Jahren auf einen Betrag von 473 Trilliarden € an.

Auswirkungen exponentiellen Wachstums

Die im Jahr 2010 weltweit vorhandene Geldmenge wird auf 5 Trillionen US-Dollar geschätzt. Jener Betrag auf den der eine Eurocent des Zeitgenossen von Jesus Christus bei einer Verzinsung von 3% in 2000 Jahren angewachsen ist, ist also 94.600 Mal so groß, wie die im Jahr 2010 weltweit vorhandene Geldmenge.

euroAngenommen, die Nachfahren jenes Zeitgenossen von Jesus Christus wollten sich diesen Geldbetrag in 1-Euro Münzen auszahlen lassen. Auf der gesamten Welt wäre gar nicht so viel Geld vorhanden. Die Bank könnte den vor 2000 Jahren abgeschlossenen Vertag nicht erfüllen.

Selbst wenn diese Geldmenge verfügbar wäre, täte sich ein anderes Problem auf. Bei einer Auszahlung in 1-Euro Münzen ergibt dieser Betrag eine stattliche Menge von Münzen mit einem enormen Gewicht. Eine Euromünze wiegt 7,50g. Der gesamte Geldbetrag hätte demnach ein Gewicht von 3.544.138.406.687.145.404 Tonnen.

Zum Vergleich: Das Gewicht des Mount Everest wird auf 458.347.045.333 Tonnen geschätzt. Der auszuzahlende Geldbetrag hätte also ein Gewicht so groß wie 7.732.434 Berge von der Größe des Mount Everest.

Verdoppelungszeit

Eine weitere interessante Charakteristik exponentiellen Wachstums ist die Verdoppelungszeit T. Als Verdoppelungszeit bezeichnet man jene Zeitdauer, in der ein vorhandener Geldbetrag auf die doppelte Menge anwächst. Die Verdoppelungszeit T hängt ausschließlich vom Zinssatz p ab und lässt sich mit der folgenden Formel berechnen:

Verdoppelungszeit

Unter Verwendung dieser Formel erhalten wir für die Zinssätze von 1%, 2% bzw 3% die folgenden Verdoppelungszeiten:

Zinssatz1%2%3%
Verdoppelungszeit69,67 Jahre35 Jahre 23,45 Jahre

Was bedeutet eine Verdoppelungszeit nun eigentlich?

Angenommen, ein Kapital von einem Eurocent werde mit 1% p.A. verzinst. Es dauert ca. 906 Jahre, bis dieses Kapital auf ca. 82€ angewachsen ist. Dann allerdings dauert es nur mehr ca. 70 Jahre, bis es sich neuerlich verdoppelt hat, bis es also um weitere 82€ angewachsen ist. In den ersten 906 Jahren ist das Kapital um den selben Betrag gewachsen, wie in den folgenden 70 Jahren.

Zuwachs

In den nächsten 70 Jahren verdoppelt sich das Kapital neuerlich. In der ersten 975 Jahren ist das Kapital auf ca. 164€ angewachsen, in den folgenden 70 Jahren wächst es um den selben Betrag. Das Vermögen wächst auf diese Weise stetig weiter: Alle 70 Jahre verdoppelt sich der Zuwachs.

Wirtschaftswachstum

Das kapitalistische Wirtschaftssystem setzt voraus, dass die Volkswirtschaft eines Landes jedes Jahr um einen bestimmten Prozentsatz wächst. Damit gilt für das Bruttoinlandsprodukt eines Landes, dass es sich, abhängig von der Wachstumsrate, innerhalb einer bestimmten Zeitspanne verdoppelt.

Bei einem Wachstum von 1% muss sich das BIP alle 69,66 Jahre, bei einem Wachstum von 2% muss sich das BIP alle 35 Jahre und bei einem Wachstum von 3% muss sich das BIP alle 23,45 Jahre verdoppeln.

exponentialfkt1

Die obige Graphik zeigt, wie sich das BIP entwickeln muss, wenn eine Volkswirtschaft stetig mit einem bestimmten Prozentsatz wachsen soll. Dabei gehen wir, wie in unserem Gedankenexperiment, von einem Anfagswert von einem Eurocent aus und betrachten die Entwicklung über 1000 Jahre.

Zunächst verläuft der Anstieg moderat, dann aber beginnt die Kurve rasant zu steigen. Bei einem Wachstum von 1% verläuft das Wachstum des BIPs in den ersten 700 Jahren eher moderat. Nach 700 Jahren setzt dann ein explosionsartiges Wachstum ein.

Bei einer Wachstumsrate von 3% verkürzt sich der Zeitraum des moderaten Wachstums auf die ersten 200 Jahre. Danach beginnt dann wieder eine Phase explsionsartigen Wachstums.

Was passiert, wenn die Wirtschaft nicht mehr wächst?

In den Wirtschaftswissenschaften spricht man davon, dass sich die Wirtschaft in Konjunkturzyklen entwickelt. Ein Konjunkturzyklus beginnt mit einem Aufschwung. Der Höhepunkt des Aufschwungs wird als Boom bezeichnet. Ihm folgt ein Wirtschaftsabschwung (eine Rezession), der an seinem Tiefpunkt in eine Depression übergehen kann. Nach Überwindung der Depression beginnt mit einem neuerlichen Aufschwung ein neuer Konjunkturzyklus.

KonjunkturzyklusIn der Theorie entwickelt sich eine Volkswirtschaft als Abfolge von Auf- und Abschwüngen, wobei das BIP über einen längeren Zeitraum betrachtet im Schnitt stetig wächst. Dabei drängt sich natürlich die Frage auf, ob dieses Wachstum unbegrenzt möglich ist.

Ist unbegrenztes Wachstum möglich?

Zur Frage, ob unbegrenztes Wachstum möglich ist, gibt es unter den Wirtschaftswissenschaftern 2 Positionen:

  • Die eine Position – vertreten unter anderem von Herman Daly – behauptet prinzipielle Grenzen des Wachstums, da die physikalischen Grenzen des Verbrauchs von nicht-erneuerbaren Ressourcen (Rohstoffe und Energiequellen) auch für die Wirtschaft gelten, was langfristig eine Verringerung des Wachstums oder sogar Wachstumsrücknahme zur Folge haben müsse.
  • Die andere Position glaubt, dass es für Wachstum neue Möglichkeiten geben werde. Als Möglichkeiten zur Überwindung der Grenzen des Wachstums werden zum Beispiel gesehen:
    • Immaterielles Wachstum durch eine Verlagerung des Wachstums vom industriellen Sektor in den Dienstleistungs- und Informationsbereich.
    • Qualitatives Wachstum, das aber nicht einheitlich definiert und schwer exakt quantifizierbar/messbar ist. Zum einen ist damit ein nachhaltiger Verbrauch von Ressourcen gemeint. Erschöpfliche Rohstoffe und Energieträger wie Erdöl müssten ersetzt werden durch unerschöpfliche wie Sonnenenergie.
    • Der Verbrauch von nicht-erneuerbaren Ressourcen stelle keine ernsthafte Gefahr für das Wirtschaftswachstum dar, da die menschliche Kreativität (die ultimative Ressource) bei ausreichender Knappheit für Substitute sorgen würde.

Egal auf welche Art und Weise man versucht Wachstum zu generieren, man kommt um ein Problem ncht herum: Soll die die Zahl der Arbeitslosen nicht steigen, muss die Wirtschaft um mindestens 2% bis 3% pro Jahr wachsen. Dies bedeutet aber, dass man der exponentiellen Natur des Wachstums nicht entkommt und damit ist verbunden, dass sich das BIP im Rhythmus der Verdoppelungszeit stetig verdoppeln muss.

Unbegrenztes Wachstum durch immaterielles Wachstum?

In einer begrenzten Welt kann es unbegrenztes Wachstum, wenn überhaupt, nur über immaterielles Wachstum geben, also z.B. im Dienstleistungssektor. Wie allerdings bei einem angenommenen Wachstum von 3% alle 23,45 Jahre eine Verdoppelung der Dienstleistungen aufrecht erhalten werden kann ist fraglich.

Menschen können einmal im Monat zum Friseur gehen, nach 23,45 Jahren können sie dies alle zwei Wochen  tun, nach weitern 23,45 Jahren können sie wöchentlich zum Friseur gehen, aber spätestens dann, wenn sie sich täglich die Haare schneiden lassen, wird eine Wachstumsgrenze erreicht sein. Gleiches gilt für andere Dienstleistungen. Auch sie können nicht unbegrenzt in Anspruch genommen werden.

Unbegrenztes Wachstum durch menschliche Kreativität?

Möchte man exponentielles Wachstum aufrechterhalten, muss menschliche Kreativität im Rhythmus, der durch die Verdoppelungszeit vorgegeben wird, neue Technologien und/oder Dienstleistungen schaffen. Dies ist natürlich prinzipiell möglich. Auch Kreativität muss sich aber letztlich in realen wirtschaftlichen Aktivitäten nierderschalgen, sei es in Form der Erzeugung von Produkten oder dem Bereitstellen neuer Dienstleistungen, daher ist auch auf diesem Weg unbegrenztes Wachstum nicht erreichbar.

Conclusio

Ein auf exponentiellem Wachstum basierendes Wirtschaftssystem muss zwangsläufig an Grenzen stoßen und kann daher nicht auf Dauer funktionieren (Wer ist schuld an der Krise?). Mit Grenzen sind nicht die Hochpunkte von Aufschwungphasen der Konjunkturzyklen gemeint. Eine Volkswirtschaft muss, gemittelt über alle Konjunkturzyklen, exponentiell wachsen, das heißt, dass das BIP im Rhythmus der Verdoppelungszeit verdoppelt werden muss. In immer gleichen Zeitabständen muss doppelt so viel produziert bzw. konsumiert werden, wie im gleichen Zeitraum davor.

Diese Verdoppelung kommt irgendwann an ihr Ende und führt zur Krise. Das Auftreten von Krisen ist daher dem Kapitalismus immanent. Die folgende Tabelle zeigt eine Liste bedeutender historischer Wirtschaftskrisen.

JahrKrise
1696englische Geldkrise
1857Witschaftskrise
1873-1879Gründerkrise
1929Weltwirtschaftskrise
19731. Ölkrise
19792. Ölkrise
1991Japankrise
1994-1995Tquila-Krise
1997-1998Asien-Krise
2000Dotcom-Blase
2007Finanz- und Wirtschaftskrise

Kapitalismus schafft Wohlstand, allerdings nur für eine begrenzte Zeitspanne und dieser Wohlstand wird ungleich verteilt. Auch diese ungleiche Verteilung ist dem Kapitalismus immanent. Wegen der exponentiellen Natur des Wachstums macht die prsönliche Leistung eines Marktteilnehmers beim Erwerb von Wohlstand einen sehr geringen Anteil aus (siehe: Wie sozial ist die soziale Marktwirtschaft?).

Folgen von Krisen

Ökonomische Folgen

Wird die Wachstumsgrenze erreicht, sinkt die Nachfrage nach Arbeitskraft, Stellen werden abgebaut oder in Billiglohnländer verlagert. Die Folge sind sinkende Löhne und sinkende Preise (Deflation).

Banken beginnen bei der Vergabe von Darlehen, sowohl an Firmen als auch an Privatkunden, zu zögern. Die Bonität der Kunden wird umfassender geprüft (Kreditklemme).

Viele Menschen werden gekündigt oder auf Kurzarbeit gesetzt. Firmen versuchen Geld zu sparen und fahren die Produktion herunter.

Aus den oben genannten Gründen sinken die Investitionen, die Wirtschaft beginnt zu schrumpfen. Der Staat versucht gegenzusteuern und startet Konjunkturprogramme.

Geringeres Steueraufkommen und erhöhte Staatsausgaben für die Unterstützung von Arbeitslosen und für Programme zur Belebung der Konjunktur lassen die Defizite der Staatsbudgets anschwellen. Um die Budgetdefizite nicht vollständig ausufern zu lassen, werden in manchen Bereichen, z.B. im Sozialbereich, Ausgaben gekürzt, während gleichzeitig Steuern und Abgaben angehoben werden. In der Folge sinken die Realeinkommen, in weiterer Folge wird weniger Geld für den Konsum ausgegeben.

Ein Teufelskreis kommt in Gang.

Politische Folgen

Mit dem Sinken der Wachstumsraten bzw. in Phasen einer Rezession oder Depression steigt die Ungleichheit der Verteilung von Einkommen und Vermögen (Wachstum und Verteilung).

Die Mittelschicht gerät unter massiven wirtschaftlichen Druck:

  • Sinkende Realeinkommen,
  • Sozialabbau,
  • Flexibilisierung: Arbeitszeiten werden flexibilisiert, die Grenze zwischen Arbeits- und Freizeit verschwimmt zunehmend, der Arbeitnehmer soll rund um die Uhr verfügbar sein
  • Produktivitätssteigerung: aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit suchen Arbeitgeber die Produktivität ihrer Arbeitnehmer stetig zu steigern. Immer häufiger kann Rationalisierung mit Stellenabbau gleich gesetzt werden.
  • unsichere Arbeitsplätze: Auslagerung von Produktionen in Billiglohnländer, Konkurrenz durch billige Arbeitskräfte mit Migrationshintergrund
  • atypische Beschäftigungsverhältnisse,

All diese Umstände führen bei den Betroffenen zu Abstiegsängsten. Immer mehr Angehörige der Mittelschicht rutschen in die Unterschicht ab bzw. fürchten immer mehr Angehörige der Mittelschicht in die Unterschicht abzurutschen.

Die Politik hat es bislang nicht geschafft, den Bürgern glaubhaft zu vermitteln, dass sie Lösungsansätze für diese Fülle von Problemen hätte. Die logische Konsequenz: Die Wähler wenden sich enttäuscht von den etablierten Parteien ab, wählen zunehmend Protestparteien oder werden zu Nichtwählern.

Zunehmender Frust und steigende Abstiegsängste lassen Wähler immer öfter Antworten bei jenen Parteien suchen, die einfache Lösungen für komplexe Probleme anbieten. Der Wettlauf um die Protestwähler lässt die konkurrierenden Parteien immer weiter in radikale Richtungen abdriften. In Europa geht der Trend derzeit eindeutig in Richtung Rechts: die FPÖ in Österreich, Fidesz in Ungarn, Pegida und AfD in Deutschland, Vlaams Belang in Belgien, Partei für die Freiheit (Geert Wilders) in den Niederlanden, Front National in Frankreich, UKIP in Großbritannien, PIS in Polen, Lega Nord in Italien etc.

All die genannten politischen Parteinen sind nationalistisch und/oder EU-kritisch. Sie setzen auf Abgrenzung und immer öfter auf eine Sündenbock-Politik. Seit dem Sommer 2015 scheint der Sündenbock in den nach Europa strömenden Flüchtenden aus Syrien, aus dem Irak und aus Afghanistan gefunden zu sein.

Schleichende Aushöhlung des Rechtsstaates

Mit dem Argument der Terrorismusbekämpfung, der Gefährdung der inneren Sicherheit, dem Schutz des heimischen Arbeitsmarktes wird der Rechtsstaat immer weiter ausgehöhlt. Die Trennung von Legislative und Exekutive wird aufgehoben (Polen), es werden Gesetze erlassen, die der Verfassung und geltendem internationalen Recht widersprechen (Österreich, Ungarn: Aushebelung des Asylrechts) und die Voratsdatenspeicherung, die vom EuGH gekippt wurde, wird wieder eingeführt. Grenzzäune werden hochgezogen und Grenzkontrollen werden eingeführt.

Die Flüchtlingsproblematik wird zum beherrschenden Thema in Wahlkämpfen und rechtspopulistische, nationalistische Parteien gewinnen mit diesem Thema stetig Stimmenanteile dazu. Auf all die Probleme, die die Wähler in die Arme dieser Parteien treibt, haben diese allerdings noch weniger eine Antwort als die etablierten Parteien.

Durch das Erstarken der rechtspopulistischen, nationalistischen Parteien wird die ökonomische Krise zur politischen Krise. Das politische Klima wird, sowohl in der Innen- als auch in der Außenpolitik, immer radikaler. Politiker wie Putin, Erdogan, Orban, Strache, Jarosław Kaczyński, Geerd Wilders, Marine le Pen oder Donald Trump lassen befürchten, dass aus der politischen Krise ein Krieg werden könnte.

Fazit

Die Notwendigkeit exponentiellen Wachstums führt zwangsläufig in eine wirtschaftliche Krise un in deren Folge in eine politische Krise. Der Kapitalismus ist, zumindest in der Theorie, das beste aller möglichen Wirtschaftssysteme, der real existierende Kapitalismus allerdings ist zum Scheitern verurteilt.

Angesichts des Umstandes, dass unser Wirtschaftssystem zwangsläufig in einer ökonomischen Krise und damit verbunden in einer politischen Krise münden muss, wäre es vordringlich, darüber nachzudenken, wie ein alternatives Wirtschaftsmodell (frei von Wachstumszwängen) aussehen könnte.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.