Die Zukunft gehört euch – nehmt sie euch!

Greta Thunberg, ein 16 jähriges Mädchen aus Schweden, ist zum Kristallisationspunkt einer neuen Jugendbewegung geworden.

In kurzen, einfachen Sätzen bringt sie es auf den Punkt: Wir haben ein Problem, wir alle, die Erwachsenen, aber auch und ganz besonders die Jugend, denn: Die Alten haben die Zukunft ihrer Kinder verbockt bzw. verzockt.

Die Zukunft gehört euch!

„Ich mache das, weil ihr Erwachsenen auf meine Zukunft scheißt.“

Greta Thunberg

Diese Haltung der Erwachsenen kommt am deutlichsten in den zynischen Äußerungen jener zum Ausdruck, die die Schulstreiks als Schuleschwänzen abtun.

Sie haben es sich in ihrer narzistischen Welt gemütlich gemacht. Sie so tun so, als könnten wir alle Ressourcen dieser Welt, egal ob Rohstoffe, ob Energie oder ob Land und Boden hemmungslos verprassen, so als gäbe es nur das Heute und als gäbe es kein Morgen. Sie haben nicht begriffen, dass wir diesen Planeten nur geborgt haben, dass auch kommende Generationen auf die Ressourcen dieses Planeten angewiesen sein werden.

Während die Jungen begriffen haben, dass es um den Bestand der Welt geht, halten die Alten unbeirrt an ihrem Lebensstil, an ihrer des Wirtschafts fest und sie merken nicht, dass sie dabei diesen Planeten herunterwirtschaften.

Im Durchschnitt liegt der ökologische Fußabdruck für jeden Erdenbürger bei 1,1. Ein Wert über 1 bedeutet, dass unser Lebensstil in dieser Form nicht dauerhaft aufrecht erhalten werden kann. Weit über dem Durchschnitt liegen Nordamerika und Europa. Unser Wohlstand geht also zu Lasten von Bewohnern auf anderen Kontinenten und ganz besonders zu Lasten der kommenden Generationen. Wir verhalten uns wie Parasiten, wie Raubritter, die glauben alle Ressourcen dieser Welt stünden ausschließlich uns zur Verfügung.

Kapitalismus als Quelle allen Übels

Einige Leute, einige Unternehmen, vor allem einige Entscheidungsträger haben genau gewusst, welchen unbezahlbaren Wert sie opfern, um weiterhin unvorstellbare Mengen Geld zu verdienen. Und ich glaube, viele von Ihnen, die heute hier sind, gehören zu dieser Gruppe Menschen.“

Greta Thunberg auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos.

Im Europa des ausgehenden 19. Jahrhunderts hat sich der Kapitalismus als Wirtschaftsform entwickelt, in den folgenden Jahrzehnten etabliert und inzwischen weltweit durchgesetzt.

Der Mythos vom unbegrenzten Wachstum

Das grundlegende Problem des Kapitalismus liegt darin, dass dieses Wirtschaftsmodell nur dann funktioniert, wenn es exponentielles Wachstum gibt. Der Grund für das exponentielle Wachstums liegt im Zinseszins-Effekt des Geldsystems.

Laut Wirtschaftsforschung, muss die Wirtschaft jährlich um mindestens 3% wachsen, wenn die Arbeitslosenzahlen mindestens gleich bleiben sollen. Ein Wachstum von 3% bedeutet aber eine Verdoppelung der Wirtschaftsleistung alle 23 Jahre. Die folgende Tabelle gibt die Steigerungsfaktoren für einen Zeitraum von 200 Jahren an.

Nimmt man das Ende des Zweiten Weltkrieges als Basis, bedeutet dies, dass sich die Weltwirtschaftsleistung von 1945 bis heute verneunfacht hat. Unter Beibehaltung eines Wachstums von 3% wird sich die Wirtschaftsleistung in den kommenden 25 Jahren gegenüber 1945 auf das 20-fache steigern. Bis in das Jahr 2070 wird sie sich auf das 85-fache gesteigert haben.

Spätestens seit den Veröffentlichungen des Club of Rome im Jahr 1972 sind die Grenzen des Wachstums einer breiten Öffentlichkeit bewusst. Nur Ökonomen und Marktfundamentalisten halten weiter am Dogma des unbegrenzten Wachstums fest.

Die Kollateralschäden des Kapitalismus

Kapitalismus beruht auf der Vorstellung, dass die Steuerung von Produktion und Konsum durch den Markt erfolgt. Marktfundamentalisten sind der Überzeugung, dass der Markt alles regelt. Ihr Mantra lautet: Angetrieben durch das Streben nach Gewinn führt der Kapitalismus letztlich zu Wohlstand für alle.

Real existierender Kapitalismus

„Die Kapitalisten treten sich gegenseitig auf die Füße, um die Stricke zu verkaufen, an denen sie später einmal aufgehängt werden .

Ein Lenin zugeschriebenes Zitat.

Im Gegensatz zu den vereinfachenden Theorien der Ökonomen ist der real existierende Kapitalismus alles andere als ein Modell, das zu Wohlstand für alle führt. Der real existierende Kapitalismus ist unsozial , antidemokratisch , unmoralisch un unethisch. Er fördert Egomanie und die Entsolidarisierung der Gesellschaft.

Der real existierende Kapitalismus ist unsozial

In den Theorien der Marktfundamentalisten spielt der Homo oeconomicus eine zentrale Rolle. Diese besondere Spezies Mensch zeichnet sich durch uneingeschränkt rationales Verhalten aus. Auf der einen Seite steht der
der Konsument , der nach Nutzenmaximierung strebt. Ihm gegenüber steht der Produzent, dessen Ziel die Gewinnmaximierung ist. In der Theorie ist dieses Spiel zwischen Konsument und Produzent, zwischen Angebot und Nachfrage zum Vorteil für alle Marktteilnehmer. In diesem Spiel haben alle Marktteilnehmer die gleichen Chancen.

Im real existierenden Kapitalismus zeigt sich, dass diese Annahmen nicht zutreffen, sie sind schlichtweg falsch. Der Homo oeconomicus, also der vernünftig handelnde Marktteilnehmer, ist reine Fiktion. Die Märkte werden durch Gier, Neid und Angst angetrieben.

In den von Ökonomen entwickelten mathematischen Modellen funktioniert das kapitalistische Modelle wunderbar. Allerdings versagen diese Modelle in der Beschreibung der realen Märkte kläglich.

Kein Ökonom hat die Wirtschaftskrise von 2008 vorausberechnet. Jene Agierenden, die für die zum Kollaps führende Entwicklung verantwortlich waren, sind im Gegensatz zum Homo oeconomicus von unstillbarer Gier angetriebene Spielsüchtige.

Für sie sind die Kapitalmärkte zu einem Spielcasino verkommen, in dem im Millisekundentakt Milliardenvermögen über den Globus verschoben werden. Die Geschäftsmodelle haben sich längst von der Realwirtschaft entkoppelt, die verschobenen Werte finden längst keine Deckung mehr. Allein die Deutsche Bank sitzt auf einem Berg von Risikopapieren, der nicht nur den Bestand der Deutschen Bank, sondern der BRD und der gesamten EU gefährdet.

„Das Bruttovolumen dieser Derivate macht bei der Deutschen Bank 48 Billionen Euro aus. Billionen, eine Zahl mit zwölf Nullen, das 14-Fache des Bruttoinlandsprodukts der Bundesrepublik.“

Süddeutsche Zeitung

Das Spiel, das diese Spieler spielen ist ein Vabanquespiel ohne Rücksicht auf ihre Umgebung. Sie spekulieren mit Grundnahrungsmittel, egal ob es Menschen gibt, für die die Preise von Grundnahrungsmitteln existenziell sind. Sie zocken mit Rohstoffen, ohne Rücksicht darauf, dass ihre Vorkommen begrenzt sind und auch unsere Nachkommen ihrer ebenso bedürfen wie wir. Sie pokern mit der Existenz von Betrieben, egal ob es Arbeitnehmer gibt, die auf Arbeitsplätze angewiesen sind. Sie handel mit Immobilien, ohne Rücksicht darauf, dass Wohnen für einen Großteil der Gesellschaft nicht mehr leistbar ist.

Das einzige das zählt, ist die Steigerung des Gewinns bzw. der Renditen und Dividenden. Gewinne werden ohne Skrupel privatisiert, während Verluste, so wie etwa im Gefolge der Wirtschaftskrise 2008 genauso skrupellos sozialisiert werden.

„Im Kern wollen Banken weiterhin Geschäfte machen dürfen, deren Risiken sie der Gesellschaft aufhalsen. Denn sie weigern sich, den zentralen Sicherheitspuffer ihrer Bilanz – das Eigenkapital – auf eine sozialverträgliche Höhe zu bringen.“

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Wenn uns die Marktfundamentalisten einzureden versuchen, dass der Markt alles regelt und zu einer Verbesserung des Gemeinwohls führt, dann sollten wir sie als das bezeichnen, was sie sind: Phantasten.

Wie ein System, das auf der Maximierung des Eigennutzes jedes Marktteilnehmers basiert, zu je einer Verbesserung des Gemeinwohls führen soll, ist unklar und lässt sich aus dem Zustand, in dem sich die reale Welt befindet, auch nicht ableiten.

Der real existierende Kapitalismus ist antidemokratisch

Bis heute ist es eines der Dogmen von Marktfundamentalisten, dass Kapitalismus nur in demokratischen Gesellschaften funktionieren könne. Der rasante und erfolgreiche wirtschaftliche Aufstieg Chinas hat uns gezeigt, dass Demokratie keine notwendige Voraussetzung für eine kapitalistische Wirtschaftsordnung ist.

Um produzieren zu können bedarf es keiner Demokratie, Produzenten haben aber auch keinerlei Interesse an demokratischen Strukturen.

Firmen sind alles andere als demokratisch organisiert. Sie sind streng hierarchisch strukturiert. Firmeninterne Entscheidungen sind nicht das Ergebnis demokratischer Beschlüsse, sie sind Anordnungen, die vom Management an die untergeordneten Ebenen ausgegeben werden und von diesen umgesetzt werden müssen.

In Firmen gibt es auch keinen demokratischen Entscheidungsprozess über die Wertigkeit von Arbeit. Der Wert von Arbeit wird ausschließlich unter dem wirtschaftlichen Aspekt von Angebot und Nachfrage betrachtet. Wenn es darum geht, den Wert der Arbeit in Form von Entlohnung zu verhandeln, stehen sich in Form von Arbeitgeber und Arbeitnehmer ungleiche Parteien gegenüber. Durch den Zusammenschluss in Gewerkschaften ist es den Arbeitnehmern zwischenzeitlich gelungen, ihre Position zu stärken. Inzwischen haben es die Arbeitgebern allerdings durch den Ausbau sogenannter atypischer Beschäftigungsverhältnisse geschafft, die Einflussmöglichkeiten von Gewerkschaften weitgehend einzudämmen und gesetzliche Rahmenbedingungen auszuhebeln.

Mythos freier Markt

Der globalisierte Neoliberalismus erweist sich immer mehr als eine neue Form des altbekannten räuberischen Kolonialismus, der nun aber die gesamte Welt in Waren transformiert und dabei zerstört.

Economy Austria

Firmen haben auch kein wirkliches Interesse an einem freien Markt und einem fairen Wettbewerb. Sie streben nach Vormachtstellung auf dem Markt und der Ausschaltung von Konkurrenz. Dazu bedienen sie sich unterschiedlicher Mittel:

  • Zusammenschluss zu Kartellen,
  • Preisabsprachen,
  • Einflussnahme auf politische Entscheidungen durch Lobbyisten, etc.

Lobbyismus ist jener Bereich, in dem die Grenze zwischen Politik und Wirtschaft zu verschwimmen beginnt. Auch in diesem Sinne sind Firmen antidemokratisch, da ihre Möglichkeiten zur Wahrung ihrer Interessen auf die Politik Einfluss nehmen zu können ungleich größer sind, als jene der Konsumenten.

Ein Spiel mit gezinkten Karten

Anhänger des Kapitalismus werfen an dieser Stelle ein, dass in der Geschichte noch nie so viele Menschen so wohlhabend gewesen seien.

Vordergründig ist dieser Einwand richtig. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass sich der Kapitalismus nicht an die eigenen Spielregeln hält. Er spielt mit gezinkten Karten:

  • Der Kapitalist als Rosinenpicker: Auf dem Markt, der alles regeln soll, spielen die Folgekosten des Wirtschaftens keine Rolle. Umweltbelastung, Schäden für die Gesundheit, Folgen der Klimaerwärmung kosten dem Kapitalisten nichts. Diese Kosten werden sozialisiert und auf die kommenden Generationen abgewälzt. Nur die Gewinne werden privatisiert.
  • Kapitalismus heißt Wohlstand für alle: Allerdings ist ein Wohlstand auf unserem Niveau für alle 7,5 Milliarden Menschen nur für eine sehr kurze Zeitspanne möglich. Danach ist der Planet leer geplündert, vergiftet und die Ökosysteme sind weitgehend zusammengebrochen.

Kapitalismuskritik: Überlebenskampf statt Klassenkampf

„Wenn man einen Sumpf trockenlegen will, darf man nicht die Frösche fragen.“

Wolfgang Schäuble zur Kritik an der Einführung der Transaktionssteuer

Die Welt, die wir unseren Kindern hinterlassen werden, wird sich in einem desaströsen Zustand befinden! Wenn wir unseren kapitalistischen Traum weiter träumen, wird er zum Albtraum für die kommenden Generationen werden.

All jenen, die Kapitalismuskritik mit Klassenkampf abtun möchten sei gesagt: Kapitalismuskritik ist Überlebenskampf. Das Totschlagargument vom Klassenkampf kommt vornehmlich aus der Ecke konservativer und liberaler Parteien. Während es für Politiker dieser Parteien sonnenklar ist, dass ausufernde Budgetdefizite ein Wirtschaften auf Kosten künftiger Generationen bedeutet, wollen sie dieses Argument im Zusammenhang mit verantwortungsvollem Umgang mit der Umwelt nicht gelten lassen. Warum der ökologische Mühlstein, den wir unseren Kindern und Enkelkindern umhängen, keine Belastung sein sein soll, erfährt man von diesen Politikern allerdings nicht.

Kapitalismuskritik nur eine linke Domäne?

Kapitalismuskritik lässt sich auch nicht als ausschließlich linke Dömane abtun. Schon sehr früh wird erkannt, welches Element dem Kapitalismus seine explosive Sprengkraft verleiht: es sind Zins und Zinseszins. Entsprechend früh kommt es zu Versuchen, die Wirkung des Zinses zu begrenzen.

Bereits das babylonische Zinsrecht kannte Zinsverbote.

Das jüdische Bundesbuch verbot zwischen 1000 und 800 vor Christus den Zins bei Krediten an Arme (Ex 22,24 EU). Das Deuteronominum verlangt: „Du sollst von Deinen Volksgenossen keinen Zins nehmen, weder Zins für Geld, noch Zins für Speise, noch Zins für irgendetwas, was man leihen kann“.

Auch im römischen Recht kannte man eine Obergrenze für Zinsen, Zinseszinsen waren seit 222 n. Chr. verboten.

Für christliche Kleriker galt seit dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 n. Chr. ein absolutes Zinsverbot. Ein Verstoß gegen dieses kanonische Zinsverbot hatte die Exkommunikation, Ausweisung aus der Gemeinde, Verweigerung des kirchlichen Begräbnisses oder Versagung der Absolution zur Folge. Karl der Große erklärte in seiner „Allgemeinen Ermahnung“ im März 789 das kirchliche Zinsverbot zum weltlichen Verbot.

Im Koran gibt es gleich mehrere Suren, die sich mit dem Zinsverbot befassen. In Sure 2:275 erklärt Allah den Kaufvertrag für zulässig und den Zins für verboten. Nach Sure 2:279 hat der Kreditnehmer dem Kreditgeber nur das Kapital zurückzuerstatten. Sure 30:39 klärt auf, dass das mit Zins Verliehene zwar die Vermögenswerte der Menschen vermehre, nicht aber bei Gott. Beim islamischen Zinsverbot ist es bis heute in der Scharia geblieben.

Jetzt oder nie!

„Ich will, dass ihr in Panik geratet. Ich will, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre. […] Ich will, dass ihr handelt, als würde euer Haus brennen. Denn es brennt.“

Greta Thunberg auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos

Greta bringt es sehr pointiert auf den Punkt: Unser Haus brennt und wir debattieren darüber, wann wir mit dem Löschen beginnen wollen. Spätestens seit der Veröffentlichung der Grenzen des Wachstums durch den Club of Rome im Jahr 1972 ist geklärt, dass es einer Änderung unseres Lebensstils und unseres Wirtschaftssystems bedarf. Doch seitdem ist wenig geschehen.

Klimapolitik muss sozial verträglich sein

„Wir können die Welt nicht retten, indem wir uns an die Spielregeln halten. Die Regeln müssen sich ändern, alles muss sich ändern, und zwar heute.“

Greta Thunberg auf einer Klimademonstration in Helsinki 2018

Die Entscheidungsträger haben sich vor ihrer Verantwortung gedrückt. Und sie tun es nach wie vor. Sie reden davon, dass Klimapolitik Jobs kosten würde, dass dadurch der soziale Zusammenhalt in der Gesellschaft gefährdet sei. Ihnen sei sagt, dass ihre Unterlassungen, ihr Nichtwahrnemen ihrer Verantwortung weitaus mehr Jobs kosten wird und dadurch die sozialen Spannungen weit größer sein werden.

Die Entscheidungsträger und ihre Wähler, also wir Erwachsenen drücken uns vor unserer Verantwortung. Wir schieben die Lösung des Problems den Jungen zu! Damit handeln wir genau so verantwortungslos, wie unsere Elterngeneration, die gedanken- und bedenkenlos den braunen Horden gefolgt ist und und für den Tod von ca. 50 Millionen Menschen verantwortlich ist. Wir folgen heute genauso gedanken- und bedenkenlos den Marktfundamentalisten und sorgen dafür, dass der ganze Planet bedroht ist.

Klimawandel bedeutet, dass Millionen von Menschen die Lebensgrundlage entzogen wird. Dürreperioden, Starkregen, Flutkatastrophen, ansteigende Meeresspiegel und Stürme sind Wetterphänomene, die nicht nur in fernen Ländern auftreten, sie werden auch bei uns spürbar werden. Diese Wetterphänomene werden immer öfter immer mehr Menschen wirtschaftliche Schäden zufügen, die nur begrenzt durch Versicherungen abgedeckt werden können. Der soziale Zusammenhalt wird dadurch sicher nicht gestärkt werden.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind heute schon Ursache für Migrationsbewegungen. Und sie werden es in Zukunft noch viel mehr sein. Es wird gewaltsame Auseinandersetzungen um Wasser und um bebaubares Land geben. Der Zustrom von Flüchtenden im Jahr 2015 wird ein müder Abklatsch davon sein, was an Migrationsströmen auf uns zukommen wird.

Die Physik verhandelt nicht!

Wenn die Entscheidungsträger davon reden, dass Klimamaßnahmen sozial verträglich sein müssen, dann lasst ihnen gesagt sein, dass die Physik nicht verhandelt! Die Physik wartet nicht bis wir uns zu irgendwelchen Maßnahmen durchgerungen haben! Die Physik hat keine Ahnung von unseren Befindlichkeiten! Wenn unser Haus brennt, dann müssen wir sofort zu löschen beginnen, wir können mit dem Feuer nicht verhandeln! Die Spielregeln müssen sich ändern! Und zwar heute!

Nehmt die Entscheidungsträger in die Pflicht!

„Wir betteln nicht bei Entscheidungsträgern um ihre Anteilnahme. Sie haben uns in der Vergangenheit ignoriert, und sie werden es weiterhin tun. Aber die Dinge werden sich ändern, ob es ihnen gefällt oder nicht.“

Greta Thunberg auf dem Klimagipfel in Kattowitz

Entscheidungsträger begründen ihre Entscheidungen mit Sachzwängen. Da gibt es eine Menge von Interessen, die in ihren Entscheidungen abgewogen werden. Dass wir unsern Kindern einen lebenswerten Planeten hinterlassen sollten, kommt in diesen Abwägungen nicht oder nur in homöopathischer Dosierung vor. Die Jugend muss also dafür sorgen, dass ihre Zukunft zu einem Sachzwang für Entscheidungsträger wird.

Schülerstreiks sollten erst der Anfang sein

„Es gibt keine Grauzonen, wenn es ums Überleben geht.“

Greta Thunberg

Mit der Aktion Fridays For Future ist ein Anfang gemacht. Allerdings ist diese Aktion, angesichts der Dringlichkeit der Problematik ein viel zu gelindes Mittel. Die Entscheidungsträger werden Anteilnahme heucheln und sie werden die Jugend weiter ignorieren. Die Fridays For Future Bewegung muss ausgedehnt werden. Die Jugend muss Aktionen starten, die schmerzen!

  • Junge Menschen sind Konsumenten, als solche können sie Druck auf Produzenten ausüben, Boykottiert Klimasünder, macht sie sichtbar, stempelt sie als solche ab!
  • Fordert von Politikern eine sofortige und konsequente Ökologisierung des Steuersystems! Wenn sie euch antworten, dass dies den Wirtschaftsstandort gefährde und den sozialen Zusammenhalt beeinträchtige, dann fordert eine sofortige Einführung einer wirksamen Transaktionssteuer zur Abfederung sozialer Härten.
  • Fordert von Politikern, dass sie sämtliche Parteispenden offen legen. Politiker sollten, wie Sportler, die Logos ihrer Sponsoren auf ihren Anzügen tragen. Die Öffentlichkeit muss wissen, wessen und welchen Interessen sie verpflichtet sind.
  • Nehmt eure Eltern in die Pflicht! Fragt sie, warum sie einen Lebensstil pflegen, der zu Lasten eurer Zukunft geht! Fragt sie, warum sie eure Zukunft verzocken! Lasst euch nicht mit billigen Antworten abspeisen! Fordert daher ein, dass sie euch ernst nehmen! Fordert ein, dass sie ihren Lebensstil ändern! Fordert ein, dass sie Politiker wählen, die eure Interessen glaubhaft vertreten! Fordert ein, dass sie ihre Macht als Konsumenten nutzen, um Produzenten zum Umdenken zu zwingen! Wenn euer Eltern immer nur das Beste für euch wollen, dann werden sie eure Forderungen ernst nehmen!

„Entweder begrenzen wir die Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau, oder wir tun es nicht. Entweder wir erreichen einen Kipppunkt, an dem wir eine Kettenreaktion mit Ereignissen beginnen, die weit über die menschliche Kontrolle hinausgehen, oder wir tun es nicht. Entweder wir bleiben eine Zivilisation, oder wir tun es nicht.“

Greta Thunberg

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