Was macht den Nationalismus so attraktiv?

Ein tot geglaubtes Gespenst geht um in Europa – das Gespenst des Nationalismus. Die auf den Erfahrungen des zweiten Weltkrieges begründete Idee eines vereinten Europas droht zu scheitern. Ausgerechnet mit dem Ende des kalten Krieges, der Befreiung der osteuropäischen Staaten aus der Umklammerung der Sowjetunion und deren Aufnhame in die EU droht den pluralistischen Gesellschaften Europas ein Rückfall die Zeit der Nationalstaatlichkeit.

Der Einigungsprozess hat den Bürgern der EU die längste Friedensperiode und einen vorher noch nie erreichten Lebenstandard und ein vorher noch nie erreichtes Ausmaß an persönlicher Freiheit und der Möglichkeit politischer Mitbestimmung gebracht.

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Was macht nun den Nationalismus wider alle Vernunft so attraktiv, dass  Bürger bereit sind, all dies Erreichte aufs Spiel zu setzen?

Individualismus als Triebfeder des Nationalismus?

Die offenen, freien und pluralistischen Gesellschaften Europas haben den Bürgern zweierlei beschert:

  • Auf der einen Seite ein größt mögliches Maß an persönlicher, politischer und religiöser Freiheit. Den Bürgern wird ermöglicht, ihr Leben so individuell wie möglich zu gestalten.
  • Auf der anderen Seite aber ein mindestens gleich großes Maß an Selbstverantwortung. Freiheit bedeutet Selbstbestimmung, sie bedeutet aber auch sich entscheiden zu müssen und damit selbst die Verantwortung für sein Tun übernehmen zu müssen.

Neben den Chancen, die freies Handeln bietet, birgt die Möglichkeit des freien Entscheidens auch das Risiko des Scheiterns. Dies ist die Erfahrung, die immer mehr Menschen machen. So werden etwa Arbeitslose bzw. Bezieher von Mindestsicherung immer wieder für ihre Situation selbst verantwortliche gemacht. Die Argumentation lautet: “Wer arbeiten möchte, findet auch Arbeit.” Diese Menschen fühlen sich von der Gesellschaft und der Politik im Stich gelassen, denn mit dieser Argumentation werden äußere, von ihnen nicht beeinflussbare Umstände ausgeblendet. In dieser Argumentation kommen die Rahmenbedingungen, unter denen Menschen Entscheidungen treffen müssen, nicht vor.

In dieser Argumentation werden Menschen, die es nicht geschafft haben erfolgreich zu sein, zu Verlierern gestempelt. Es wird ihnen ihr Selbstwertgefühl genommen. Dies ist der Punkt, an dem der Nationalismus ins Spiel kommt. Arthur Schopenhauer hat diesen Zusammenhang wie folgt beschrieben:

“Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so viel Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmlich Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen”.

Thesen zum Nationalismus

Die Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NDP) ist eine sehr weit am rechten Rand stehende nationalistische Partei. Zwei Verbotsverfahren wurden vom Bundesgerfassungsgericht  abgewiesen. Im zweiten Verfahren hat  das Bundesverfassungsgericht der NDP zwar bescheinigt, verfassungsfeindliche Ziele zu verfolgen, sie aber wegen mangelnder “Wirkmächtigkeit” nicht verboten. Die Thesen, die die weltanschaulichen Grundlagen der NPD bilden, sollen im Folgenden etwas genauer beleuchtet werden.

Auf der Seite Thesen zum Nationalismus wurden 2009 vom Nationaldemokratischen Hochschulbund (dem Hochschulbund der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands) die folgenden Thesen zum Nationalismus veröffentlicht:

  1. Nationalismus ist eine politische Theorie
  2. Nationalismus basiert auf einer politischen Methodik
  3. Nationalismus ist undogmatisch
  4. Das lebensrichtige Menschenbild ist zentraler Bestandteil des Faktenapaprates
  5. Nationalismus basiert auf der Gemeinschaft
  6. Nationalismus ist nicht universalistisch
  7. Nationalismus ist Antiimperialismus
  8. Nationalismus überwindet Libearlismus und Kommunismus
  9. Nationalismus ist religiös neutral
  10. Der nationalistische Staat ist Träger des Volkswillens
  11. Die nationalistische Wirtschaft hat dem Volk zu dienen
  12. Nationale Identität statt multiethnischer Gesellschaft

Diese Thresen sollen im Folgenden diskutiert werden.

ad 1) Nationalismus ist eine politische Theorie

Der Nationalismus ist eine politische Theorie. Er beschäftigt sich mit allen Bereichen diesseitigen menschlichen Seins und stellt eine Methodik zur Verfügung, mit deren Hilfe in konkreten Situationen politische Entscheidungen getroffen werden können. In den politischen Bereich gehören die Dinge, die als gesellschaftliche Norm betrachtet werden, die also eine Person nicht in den Entscheidungsbereich anderer stellt. In den politischen Bereich gehören aber keine privaten Anschauungen oder Jenseitsbetrachtungen. Nationalismus ist daher keine Weltanschauung.

Mit dieser These wird die Grundlage dafür gelegt, dass Einzel- und Gruppeninteressen dem Volkswillen unterzuordnen sind.

ad 2) Nationalismus basiert auf einer politischen Methodik

Die nationalistische Theorie ist keine Ansammlung unzusammenhängender Einzelmeinungen. Die Einzelentscheidungen resultieren stets aus der politischen Methodik und sind daher weder beliebig, noch von der persönlichen Ansicht des Nationalisten abhängig.

Persönliche Entscheidungen spielen im Nationalismus keine Rolle. Im Nationalismus wird eine Methodik postuliert, die zwingend zu richtigen Eintscheidungen führen soll.

Vielmehr existiert ein Faktenapparat, der die gegenwärtigen Erkenntnisse der Wissenschaft umfasst und mit dessen Hilfe die Auswirkungen der unterschiedlichen politischen Handlungsalternativen untersucht werden können.

Zur Entscheidungsfindung soll ein “Faktenapparat” dienen, wobei dieser Prozess auf einer wissenschaftlichen Basis ablaufen soll. Wie auf einer wissenschaftlichen Basis gesellschaftliche Fragestellungen entschieden werden können wird allerdings nicht erklärt. Wie viel Prozent seines Budgets ein Staat für Soziales, für Bildung, für Gesundheit, Altersvorsorge, für Verteidigung etc. ausgeben soll, kann nicht wissenschaftlich begründet werden. Dies ist einfach eine politische Entscheidung, die alle Bürger angeht und daher von den Bürger getroffen werden muss.

ad 3) Nationalismus ist undogmatisch

Die methodische Überlegenheit des nationalistischen Politikansatzes gegenüber den klassischen Ideologien resultiert aber gerade aus der Anpassungsfähigkeit an neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Er ist somit dynamisch, nicht statisch wie die klassischen Ideologien. Da die Naturwissenschaften nur in der Lage sind Behauptungen zu widerlegen, sie aber niemals beweisen können, muss diese Anpassungsfähigkeit ebenso logisch wie zwingend vorhanden sein. Nationalismus ist somit zwangsläufig undogmatisch.

Mit dieser These soll politisches Handeln auf wissenschaftliche Grundlagen zurückgeführt werden. Auf welcher wissenschaftlichen Grundlage Sozial-, Bildungs-, Innen-, Außen- oder Budgetpolitik betrieben werden soll bleibt unklar.

ad 4) Das lebensrichtige Menschenbild ist zentraler Bestandteil des Faktenapaprates

Zentraler Gegenstand der Politik ist der Mensch. Politik wird von Menschen für Menschen gemacht und muss dabei das Handeln von Menschen berücksichtigen. Daher müssen Menschen, die Politik gestalten, eine genaue Kenntnis des Seins des Menschen haben. Diese Kenntnis ist das lebensrichtige Menschenbild. Es umfasst den gesamten Bereich gegenwärtiger wissenschaftlicher Erkenntnisse bezüglich des Menschen und unterliegt somit einem zeitlichen Wandel.

Politisches Handeln wird vom “lebensrichtigen Menschenbild” bestimmt, das wiederum einem steten Wandel unterworfen wird. Was heute “lebesnrichtig” war, kann morgen nicht mehr “lebensrichtig” sein.

Es begreift den Menschen als Bestandteil der Natur, der den Gesetzen der Natur unterworfen ist und akzeptiert dessen Abstammung vom Tier und die damit verbundenen Eigenschaften. Nach gegenwärtigem Erkenntnisstand wird das menschliche Verhalten wesentlich von Trieben, Instinkten und Emotionen gesteuert. Das lebensrichtige Menschenbild enthält keinerlei ethische Bewertungen oder Zielbestimmungen, es ist nur beschreibend.

Im “lebensrichtigen Menschenbild”  wird menschliches Verhalten auf Triebe, Instinkte und Emotionen reduziert.  Vernünftiges oder altruistisches Handeln kommt im “lebensrichtigen Menschenbild” nicht vor obwohl wesentliche Fundamente eines Staatswesens genau auf diesen Eigenschaften basieren. So ist z.B. die Grundlage eines jeden Rechtsstaates, die Gewaltenteilung in Legislative, Exekutive und unabhängige Gerichtsbarkeit ein rein rationales Konstrukt.

ad 5) Nationalismus basiert auf der Gemeinschaft

Im Mittelpunkt nationalistischer Ethik steht die Gemeinschaft. Diese Einsicht resultiert einerseits aus der Erkenntnis, dass der Mensch ein Gemeinschaftswesen ist und er seine Erfüllung nur in der Gemeinschaft findet. Das Fehlen von Gemeinschaft kann zu psychischen Erkrankungen führen. Andererseits kann Egoismus niemals Grundlage einer politischen Theorie sein, da dieser das gemeinsame Ziel fehlen würde. Der Nationalismus lehnt aber auch die Durchsetzung von Gruppeninteressen zu Lasten der Allgemeinheit ab.

Die Postulierung eines einzig legitimen gemeinsamen Zieles steht in diametralem Gegensatz zum Liberalismus der wiederum seine Wurzeln in der Aufklärung hat. Die individuelle Freiheit der Person ist nach liberaler Überzeugung die Grundnorm jeder menschlichen Gesellschaft, auf die hin der Staat seine politische wie wirtschaftliche Ordnung ausrichten sollte. Dabei wird unter Freiheit zunächst vor allem die Abwesenheit jeglicher Gewalt und jedes Zwangs verstanden, insbesondere von staatlicher Seite. In einem engeren Sinne liberalistischer Positionen beschränkt sich die Rolle des Staates auf den konkreten Schutz der Freiheit der Individuen und der die Freiheit garantierenden Rechtsordnung.

Wie es zu der von Nationalisten postulierten Formulierung eines gemeinsamen Ziels der Gemeinschaft kommt, bleibt unklar. Jede größere Gemeinschaft besteht aus Individuen bzw. gesellschaftlichen Gruppen mit gegensätzlichen Zielen bzw. Eigen- und Gruppeninteressen. Welche all dieser Eigen- und Gruppeninteressen machen nun den Volkswillen aus? Wer entscheidet, was der Volkswille ist bzw. wie aus divergierenden Einzelinteressen der Volkswille abgeleitet werden kann?

ad 6) Nationalismus ist nicht universalistisch

Eine weitere Grundlage des Nationalismus ist die Akzeptanz des Selbstbestimmungsrechtes der Völker. Deutsche Nationalisten erheben nur Anspruch darauf, die Lebensumstände des deutschen Volkes zu gestalten. Wie andere Völker ihre Lebensumstände gestalten, liegt in deren Entscheidungsbereich. Konflikte treten dort auf, wo die Selbstbestimmungsrechte verschiedener Völker kollidieren, wie dies beispielsweise im Naturschutzbereich der Fall ist.

Die Freiheit des Einen endet dort, wo die Freiheit des Anderen beginnt. Dies gilt auch für Staaten. Für ein friedliches Zusammenleben von Staaten müssen Regeln gefunden werden, die den unterschiedlichen Rechtsgrundsätzen gerecht werden. Dazu muss ein allgemein gültiges Regelwerk erstellt werden, was wiederum bedeutet, dass Staaten Kompromisse eingehen müssen. Ohne teilweise Einschränkung des Selbstbestimmungsrechtes wird dies nicht möglich sein.

ad 7) Nationalismus ist Antiimperialismus

Infolge der Ablehnung des universalistischen Prinzips lehnt der Nationalismus jede Ideologie ab, die den Anspruch erhebt, einem Volk von außen eine neue Ordnung vorzuschreiben, wie dies der von den angelsächsischen Mächten betriebene Liberalismus praktiziert. Vielfach wird diese Ideologie nur vorgeschoben, um tatsächliche wirtschaftliche Interessen zu verschleiern. Nationalismus ist antiimperialistisch und somit aktive Friedenspolitik. Liberalismus und Kommunismus betreiben im Gegensatz dazu eine Unterwerfungspolitik, welche die Konflikte, die erst durch diese Ideologien aufgeworfen werden, durch massive Unterdrückung, sei sie militärisch, sei sie wirtschaftlich, sei sie kulturell, zeitweilig verdrängen.

Dass Nationalismus aktive Friedenspolitik bedeutet ist angesichts des Umstandes, dass der Nationalismus die wesentlichte Triebfeder für den ersten und den zweiten Weltkrieg war, einfach zynisch.

ad 8) Nationalismus überwindet Libearlismus und Kommunismus

Liberalismus und Kommunismus bauen auf einer unbrauchbaren Methodik und einem falschen Menschenbild auf und kommen daher zu katastrophalen Fehlschlüssen, deren Auswirkungen heute allerorten zu beobachten sind.

Wenn man von falschen Voraussetzungen ausgeht, kann man selbst durch richtiges Schließen und Folgern nur zu falschen Ergebnissen kommen. Dies trifft ganz besonders auf das in These 4 postulierte “lebensrichtige Menschenbild” (siehe These 4) zu.

ad 10) Der nationalistische Staat ist Träger des Volkswillens

Ein Ziel nationalistischer Politik ist es, die Realität im Sinne der Gemeinschaft zu gestalten. Auf der Ebene des Volkes ist diese Gemeinschaft die Volksgemeinschaft. Organ zur Wahrnehmung der Interessen der Volksgemeinschaft ist der Staat. Der nationalistische Staat muss daher so gestaltet sein, dass er stets Träger des Volkswillens ist, niemals aber Gruppen- oder Einzelinteressen in den Mittelpunkt seines Handelns stellt.

Es wird eine Volksgemeinschaft konstruiert, deren Interessen vom Staat wahrzunehmen sind. Einzel- oder Gruppeninteressen sind dem Volkswillen unterzuordnen. Wie in der Diskussion zu These 5 bereits festgestellt, bleibt unklar, was der Volkswille sein soll bzw. wie sich der Volkswille bildet.

These 10 postuliert also den Staat als jenen, der einen hypothetischen Volkswillen gegen Gruppen- und Einzelinteressen durchzusetzen hat. Aber in jedem Staat gibt es eine Unmenge von Gruppen- und Einzelinteressen. Bedeutet dies, dass sich der nationalistische Staat gegen all diese Gruppen- und Einzelinteressen durchsetzen muss? Wenn dem so ist, stellt sich unmittelbar die Frage, wie sich die Unterdrückung von Gruppeninteressen mit dem Prinzip der Demokratie in Einklang bringen lässt?

ad 11) Die nationalistische Wirtschaft hat dem Volk zu dienen

Im nationalistischen Staat ist Wirtschaft kein Selbstzweck. Die Wirtschaft als ganzes steht im Dienste der Volksgemeinschaft. Sie hat sich in ihrer Funktionsweise daher dem Willen der Gemeinschaft, dem Primat der Politik, unterzuordnen.

Was bedeutet die Aussage, dass sich die Wirtschaft dem Primat der Politik unterzuordnen hat? Planwirtschaft? Regulierung?

Politische Macht kommt allein dem Staat als Träger des Volkswillens zu. Daher lehnt der Nationalismus den Globalismus, der zur Entmachtung der Staaten führt ab.

Eine Ablehnung des Globalismus bedeutet das Kappen internationaler Handelsbeziehungen. Wie soll eine auf Exporte angewiesene Wirtschaft unter diesen Bedingungen funktionieren? Kann es der Volkswille sein, den Lebenstandard durch Kappen von Handelsbeziehungen zu senken?

Die Macht des Kapitals, die aus der Umsetzung des globalistischen Modells resultiert, ist zutiefst undemokratisch.

Ja, die Macht des Kapitals ist undemokratisch! Aber ist es nicht eine Verdrehung von Ursache und Wirkung zu behaupten, dass die Macht des Kapitals aus der Umsetzung des globalistischen Modells resultiert? Ist es nicht eher umgekehrt? Die Macht des Kapitals führt zu einer Globalisierung der Wirtschaft.

ad 12) Nationale Identität statt multiethnischer Gesellschaft

Identität ist ein unverrückbares menschliches Bedürfnis. Nur die Verwurzelung in einer Gemeinschaft macht den Menschen zum Menschen und bewahrt ihn davor, entwurzeltes Individuum zu werden. Identität ist nur durch Abgrenzung gegenüber anderen Gemeinschaften und Bestätigung durch die Gemeinschaft möglich. Menschliche Gemeinschaften benötigen daher eine gemeinsame Abstammung, eine gemeinsame Kultur und eine Gemeinsame Geschichte. Eine multiethnische Gesellschaft zerstört Gemeinsamkeiten und entmenschlicht somit den Menschen. Nationalisten lehnen derartige Gesellschaften daher ab und treten für das Prinzip der nationalen Identität ein.

Der postulierte Gegensatz von nationaler Identität zu multiethnischer Gesellschaft wirkt bizarr. Alle heutigen Gesellschaften in Europa sind multiethnische Gesellschaften. Die heute als autochthon Bezeichnete Bevölkerung Österreichs ist das Ergebnis einer Vermischung von Alemannen, Awaren, Bajuwaren, Illyrer, Kelten, Markomannen, Römer und Slawen. Sie alle haben ihre Spuren in Österreich hinterlassen. Daneben wurde die als typisch österreichisch empfundene Kultur wesentlich durch das antike Griechenland, das römische Reich, das Judentum, das Christentum, die italienische Renaissance und die französische Aufklärung beeinflusst. Zeichnet sich die nationale Identität Österreichs gerade dadurch aus, dass sie eine multiethnische Gesellschaft ist? Wenn nicht, was genau macht dann die nationale Identität Österreichs aus?

Nationaler Widerstand

In den oben zitierten Thesen zum Nationalismus werden zwar die Ziele formuliert nicht aber die Wege, wie diese Thesen umgesetzt werden sollen. Einen Eindruck, wie die Umsetzung aussehen soll, gewinnt man auf der Seite nationaler Widerstand. Dort ist die Rede von der Notwendigkeit zum nationalen Widerstand:

Nationaler Widerstand (kurz: NW) ist ein Sammelbegriff für ein informelles Netzwerk verschiedener und eigenständiger nationaler Gruppen im deutschsprachigen Raum. Im Nationalen Widerstand wird ein entschiedener Kampf zum Schutze der deutschen Kultur und zum Wohle der Deutschen und ihrer Freiheitsrechte geführt.

Ziele des nationalen Widerstandes (NW):

Es ist davon die Rede, dass die deutsche Kultur und die Freiheitsrechte der Deutschen bedroht seien. Es ist auch die Rede von Ausschaltung, von Überfremdung, von Volksgemeinschaft und der Wiederherstellung des Deutschen Reichs.

Man könnte, etwa so wie das Bundesverfassungsgericht, dieses Gerede vom nationalen Widerstand als nicht wirkmächtig abtun. Nachdenklich sollten allerdings die folgenden Zitate machen:

Björn Höcke (AfD): “Fünf Grundsätze für Deutschland”

1. Grundsatz: Deutschland ist nicht verhandelbar!
Unser Staat – unsere Nation ist kein Zufallsprodukt. Es ist das Werk vieler Generationen. Mit Stolz blicken wir auf eine reiche Kultur, bürgerliche und politische Freiheiten und Wohlstand. Wir helfen vielen Ländern dieser Welt. Doch eines werden wir nicht tun: unser Land und unsere Nation aus der Hand geben. Deutschland ist unser Land!
2. Grundsatz: Deutschland ist kein Labor für Gesellschaftsexperimente!
Wir verweigern uns verantwortungslosen Experimenten mit und an unserem Volk. Nur Ideologen glauben, dass Gesellschaft ohne Familie funktionieren kann oder dass jeder zu einem Deutschen wird, sobald er die Landesgrenze überschritten hat.
Gefährlichen Ideologien, die die multikulturelle Gesellschaft erschaffen und die klassische Familie abschaffen wollen, erteilen wir eine klare Absage!
3. Grundsatz: Deutschland muß selbstbestimmt handeln!
Deutschland ist nach Einschätzung höchster Sicherheitsbeamter nicht mehr in der Lage, die innere wie die äußere Sicherheit zu garantieren. Und was macht die Bundeswehr?
Sie dient in der ganzen Welt fremden Interessen, während die hiergebliebenen Soldaten ihre Kasernen für Asylsuchende räumen und Toiletten in Erstaufnahmeeinrichtungen reparieren.
Wir brauchen endlich eine handlungswillige politische Führung, die eigenständige Entscheidungen im nationalen Interesse trifft!
4. Grundsatz: Deutschland muß seine innere Freiheit zurückgewinnen!
Die von vielen so genannte „Lügenpresse“ hat sich ihren Namen nicht selten redlich verdient. An Stelle objektiver Berichterstattung propagiert sie eine fatale Willkommenskultur. Das GEZ-gebührenfinanzierte Staatsfernsehen markiert uns als Gegner, weil wir sagen, was nicht gesagt werden soll. Die politische Korrektheit liegt wie Mehltau auf unserem Land. Die AfD ist der Garant für die freie Rede und die schonungslose, ehrliche Analyse der Lage.
Weil wir uns heute hier versammelt haben, ist die innere Freiheit in Deutschland noch lebendig.
5. Grundsatz: Die Deutschen müssen mündig werden!

Deutschland war die Heimat unserer Vorfahren. Deutschland muss als Heimat unserer Kinder erhalten bleiben. Deutschland ist unsere Heimat – unser Land – und unsere Nation

Björn Höcke ist Mitglied der AfD, einer Partei, die in der BRD 2014 in 10 Landesparlamente eingezogen ist und wie es aussieht bei den anstehenden Bundestagswahlen in den Bundestag einziehen wird.

Besonders im Osten Deutschlands wird die AfD von mehr als einem Fünftel der Wahlberechtigten gewählt. Wie kann dieses Phänomen erklärt werden? Hier kommen wir auf Schopenhauer zurück.

“Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so viel Millionen teilt. …”

Der Fall der Mauer ist für die Bürger der ehemaligen DDR äußerst ambivalent. Einerseits ist da natürlich die Freude darüber, das Regime abgeschüttelt zu haben, andererseits gibt es da wenig, worauf die Bürger der DDR stolz sein können. Der Bauernstaat war kläglich gescheitert, die Stasi-Bespitzelungen waren nur dadurch möglich, dass es Menschen gab, die zur Bespitzelung bereit waren. Ein Großteil der Bürger hatte sich mit dem System arrangiert bzw. mit ihm kooperiert.

Dann nach der Wende, als die DDR-Bürger von den BRD-Bürgern zunächst umarmt, sie in der Folge zu “Ossis”und schließlich zu Almosenempfängern gemacht wurden und die Wessis den Ossis zeigten, wo es lang geht, gab es wenig, worauf man stolz sein konnte.

“… Aber jeder erbärmlich Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mttel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein. Hieran erholt er sich und ist nun dankbarlich bereit alle Fehler und Torheiten, die ihr eigen sind, mit Händen und Füßen zu verteidigen.”

An den besonders deutlichen Erfolgen der AfD und anderer rechter Gruppierungen in den östlichen Bundesländern ist eines erchreckend. Im Osten folgt auf die Nazi-Diktatur die Diktatur der Kommunisten, dennoch scheinen die Bewohner der östlichen Bundesländer trotz dieser Erfahrungen bereit zu sein, wieder einem autoritären System zur Macht zu verhelfen.

Fazit

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war das Zeitalter des Nationalismus, sei es des Nationalsozialismus in Deutschland, des Faschismus in Italien und in Spanien, des Austrofaschismus, etc. Dieses Zeitalter beginnt mit dem spanischen Bürgerkrieg und endet mit der Katastrophe des zweiten Weltkriegs. Die Erfahrung sollte und lehren, Nationalismus ist nicht die Lösung von Problemen, Nationalismus ist das Problem, oder in Abwandlung eines Zitats von Karl Kraus: “Nationalismus ist jene Krankheit für deren Therapie er sich hält“.

Links

Thesen zum Nationalismus

Metapoliitk

Björn Höcke, Metapedia

Nationaler Widerstand

 

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