Vom Elend der Ökonomie

Die Ökonomie bzw. die Wirtschaftswissenschaften befinden sich in einer veritablen Krise. Kein Ökonom hat die Spekulationsblasen, die Banken-, die Währungs- und Schuldenkrise der vergangenen Jahre vorhergesagt. Ihre Theorien und die daraus abgeleiteten mathematischen Modelle basieren auf falschen Annahmen und sind nicht geeignet die realen Marktverhältnisse exakt zu beschreiben. Dennoch sind Ökonomen die bedeutensten und einflußreichsten Berater politischer Entscheidungsträger. Mit fatalen Folgen.

Das aktuelle Wirtschaftsmodell

An den Wirtschaftsuniversitäten wird den Studenten Ökonomie als die Gestaltung mathematischer Modelle gelehrt. Wie sogar Laien unmittelbar ekrennen, haben diese Modelle mit der Realität nicht viel zu tun. Diese Modelle vermögen nicht zu erklären, warum die Reichen reich und die Armen arm sind. Sie erklären auch nicht wie Geld funktioniert, woher Wachstum kommt, wann Wirtschaftskrisen entstehen oder warum es Arbeitslosigkeit gibt.

Die Problematik der Modellbildung

Die Problematik, die hinter der mathematischen Modellierung ökonomischer Prozesse steckt, soll am Beispiel der mathematischen Modellierung der Wettervorhersage erläutert werden.

Mit Hilfe unzähliger Sensoren wird versucht, einen möglichst genauen Istzustand des Wetters einer bestimmten Region  zu erfassen. Obwohl das Wetter sich nach naturwissenschaftlichen Gesetzmäßigkeiten entwickelt, kann es dennoch nicht präzise vorhergesagt werden. Woran liegt das?

Zunächst gilt: Je dichter das Netz der Messstationen, desto genauer fällt die Prognose aus. Aus Kostengründen kann die Zahl der Messstationen nicht beliebig gesteigert werden.

Weiter gilt: Kleinste Ungenauigkeiten bei der Erfassung der Messwerte bedeuten eine Abweichung von der realen Situation. Bei der Berechnung der Prognose pflanzt sich dann dieser Fehler fort, die Abweichung von der Entwicklung des realen Wetters wird immer größer.

Schlussendlich stellt sich die Frage: Wie sehr sind die mathematischen Modelle geeignet, die Entwicklung des Wetters exakt zu beschreiben? Anders formuliet: Wie sehr sind die Modelle geeignet, die Wirklichkeit exakt abzubilden?

Bei der Erstellung von Wetterprognosen werden, ausgehend von den erfassten Messwerten, mehrere voneinander abweichende Startsituationen für die Simulation generiert. Damit soll der Effekt von Messfehlern berücksichtigt werden.

 

Für jede Startsituation wird eine Prognose erstellt. Aus all diesen Prognosen wird eine mittlere Prognose erstellt und es wird abgeschätzt, wie stark die Prognose nach oben bzw. unten von der mittlere Prognose abweichen könnte.

Die Modellbildung in den Wirtschaftswissenschaften

Wirtschaftswissenschafter gehen in ihren Modellen davon aus, dass sämtliche Marktteilnehmer (Firmen, Kunden) logisch denken und rational agieren. Unter solchen Annahmen leiten die Wirtschaftstehorien das notwendige Handeln der Wirtschaftssubjekte ab. Ökonomen können also mit ihren mathematischen Modellen berechnen und vorhersagen, was in einer logisch funktionierenden Wirtschaft passieren wird.

Im Gegensatz zur Wettervorhersage, die auf der Basis naturwissenschaftlicher Gesetze erstellt wird, beschäftigen sich Wirtschaftstheorien mit der Vorhersage menschlichen Verhaltens. Menschen handeln allerdinges nicht (ausschließlich) rational. Menschen sind nicht logisch! Gier und Angst sind die treibenden Kräfte an den Börsen dieser Welt.

Wirtschaftswissenschafter gehen in ihren Modellen von falschen Voraussetzungen aus. Wenn man von falschen Voraussetzungen ausgeht, kann man selbst durch richtiges Schließen und Folgern nur zu falschen Ergebnissen kommen.

Die Hypothese vom sich selbst regelnden Markt

Eine wesentliche Annahme der Wirtschafswissenschaften ist, dass sich in den Märkten von selbst ein Gleichgewicht einstellt. Adam Smith postuliert in seinem Buch Der Wohlstand der Nationen: Das eigennützige Streben der wirtschaftenden Menschen oder Unternehmen trage im „System der natürlichen Freiheit“ zum Wohl der gesamten Gesellschaft bei. Mit natürlicher Freiheit meinte Smith ein System, welches frei von Monopolen, also einseitiger Möglichkeit der Beherrschung eines Marktes, ist. Nur mit dieser Einschränkung kann das Prinzip der von Smith propagierten unsichtbaren Hand wirksam werden.

Doch wie sich leicht zeigen lässt ist die Annahme, dass sich der Markt selbst reguliert, schlicht falsch. Menschen handeln nicht logisch und vernünftig. In den allermeisten Fällen streben sie eine Maximierung ihres eigenen Profits an. Adam Smith und die Anhänger der freien Marktwirtschaft folgern daraus, dass sie damit automatisch zum Wohle der gesamten Gesellschaft beitragen.

Entsprechend dieser Logik würden etwa Drogendealer, Autodiebe oder Arbeitgeber, die Kinder für sich arbeiten lassen, zum Gesamtwohl einer Gesellschaft beitragen. Sie alle verfolgen das Ziel der Maximierung ihres Eigennutzes, dennoch tragen sie nichts zur Steigerung des Gesamtwohls bei.

Wie entstehen Preise?

Die gängige Theorie ist, dass Preise durch das Zusammenspiel von Angbot und Nachfrage entstehen.

Während Verkäufer versuchen für ihre Produkte einen möglichst hohen Preis zu erzielen, trachten Käufer möglichst wenig dafür bezahlen zu müssen. Man verhandelt und findet irgendwo einen Kompromiss der als Marktgleichgewicht bezeichnet wird.

Soweit die Theorie. In der Realität wird aber in den meisten Fällen um einen Preis nicht gefeilscht wie auf einem Basar. Die meisten Produkte, die man kauft, haben feste Preisschilder. Die zu zahlenden Preise sind vorgegeben und für ähnliche Produkte ungefähr gleich hoch.

Die Preisverhandlungen finden für die meisten Produkte nicht direkt zwischen Anbieter und Käufer sondern eher indirekt statt. Die Preisgestaltung ist ein komplexes Zusammenspiel von Produzenten (= Angebot) und Käufern (= Nachfrage). Dieses Zusammenspiel wird als Markt bezeichnet. Sowohl Angebot als auch Nachfrage werden dabei von vielen Faktoren gesteuert. Speziell Anbieter von Produkten versuchen durch Werbung Nachfrage zu erzeugen aber unter anderem auch durch Preisabsprachen, Kartell- und/oder Monopolbildung das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage zu unterlaufen und zu ihren Gunsten zu beeinflussen.

Der Markt als Regelkreis?

Für Ökonomen stellt der Markt ein sich selbst regelndes System dar. Aber nicht jedes System ist in der Lage sich selbst zu regeln bzw. einen stabilen Zustand aufrecht zu erhalten. Dazu müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

In der Kybernetik wird unter einem Regelkreis im einfachsten Fall ein in sich geschlossener Prozess zur Beeinflussung einer betimmten Größe verstanden. Die zu regelnde Größe muss erfasst (Messeinrichtung) und der Istwert mit einem vorgegebenen Sollwert verglichen werden. Die Abweichung vom Sollwert wird dem Regler zugeführt, der daraus eine Steuergröße bestimmt mit der über die Stelleinrichtung Einfluss auf die Regelgröße genommen wird.

Abgesehen davon, dass selbst Mehrgrößensysteme nicht geeignet sind, die Dynamik eines Marktes zu beschreiben, kann am Bild eines Regelkreises gut veranschaulicht werden, unter welchen Bedingungen ein System zu einem Gleichgewicht findet. Im Gegensatz zu technischen Regelkreisen gibt es für die zu regelnde Größe, den Preis, keine Einschränkung.

Die Messeinrichtung für den Preis bilden die Konsumenten. Sie vergleichen den Istwert mit einem – für jeden Konsumenten individuell unterschiedlichen – Sollwert. Die sich ergebende Steuergröße ist die an den gemessenen Istwert angepasste Nachfrage. Auf die geänderte Nachfrage reagieren die Anbieter (wiederum individuell). Der Regelkreis ist damit geschlossen.

Alle Einheiten dieses Regelkreises bestehen aus einer Vielzahl von Individuen, die auf einen bestimmten Input in uneinheitlicher und vielfältiger Weise reagieren. Damit kann sich kein stabiles Gleichgewicht einstellen. Außerdem gibt es für Preise keinen voregebenen Sollwert. Preise driften, sie werden durch die Interessen unterschiedlichster Gruppierungen mal in die eine, mal in die andere Richtung verschoben.

Eine gute Vorstellung von der Entwicklung von Preisen liefert das Bild der resultierenden Kraft. Wenn unterschiedlich große Kräfte an einem Punkt angreifen und in unterschiedliche Richtung wirken, ergibt sich eine resultierende Kraft einer bestimmten Größe und bestimmter Richtung. In diesem Bild wird klar, dass es ein Gleichgewicht nur dann gibt, wenn sich alle wirkenden Kräfte sowohl in Größe als auch in Richtung neutralisieren. Wenn dies nicht der Fall ist, ergibt sich eine resultierende Kraft, die den Punkt an dem die Kräfte angreifen, in eine bestimmte Richtung verschieben. Erst wenn sich die Kräfteverhältnisse ändern, ändert sich auch die resutierende Kraft.

Es zeigt sich, dass die Vorstellung eines sich selbt regulierenden Marktes für realistische Märkte ein unrealistisches Konzept ist.

Wer finanziert die Gewinne?

In der Ökonomie gilt, dass das Ziel allen Wirtschaftens das Erzielen von Gewinnen sei. Diese Aussage erscheint uns banal. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist sie das auch, doch betrachtet man eine gesamte Volkswirtschaft, ist diese Aussage bei weitem nicht banal. Es stellt sich vielmehr die Frage, wie werden Gewinne finanziert?

Um die Brisanz dieser Fragestellung zu erfassen, bilden wir folgendes Modell einer Volkswirtschaft. Die wesentlichen Spieler einer Volkswirtschaft sind auf der einen Seite die Betriebe und auf der anderen Seite die Arbeitnehmer.

Betriebe stehen in diesem Modell für alle Unternehmen, die Produkte und/oder Dienstleistungen jeglicher Art auf dem Markt anbieten. Bei der Kalkulation der Preise zu denen Produkte auf dem Markt angeboten werden sollen, müssen folgende Faktoren berücksichtigt werden:

  • Personalkosten
  • Sachkosten
  • Investitionen
  • Gewinn

Steuern und Abgaben klammern wir in diesem Modell aus, sie haben keinen wesentlichen Einfluss auf des Ergebnis unerer Überlegungen, verkomplizieren aber unnötig das Modell.

In unserem Modell fassen wir die Menge aller Betriebe zu einem einzigen „Großbetrieb“ zusammen. Sämtliche Arbeitnehmer sind dann Angestellte dieses einen Großbetriebes.

Betrachtet man dieses Modell, stellt man fest, dass es einige Kreisläufe gibt. Bei der Herstellung von Produkten entstehen den Betrieben  zunächst Personalkosten. Die an die Arbeitnehmer ausbezahlten Löhne und Gehälter fließen aber über den Weg des Konsums unmittelbar wieder in die Betriebe zurück. Die Arbeitnehmer sind es, die mangels eigener Produktion, auf den Erwerb von Produkten angewiesen sind. Sie müssen konsumieren.

Ähnlich verhält es sich mit den Sachkosten, also Ausgaben für Materialien und/oder Maschinen. Sachkosten entstehen, wenn ein Betrieb Waren bei einem anderen Betrieb kauft. In unserem Modell bedeutet dies, dass eine Abteilung unseres Großbetriebes Waren bei einer anderen Abteilung kauft. Das Geld bleibt in der Firma, es wandert nur von einer Abteilung in eine andere.

Auch Investitionen können so gesehen werden. Sie können in Personal oder in Sachen getätigt werden, schlagen also letztendlich als Personal- oder Sachkosten zu Buche.

Anders verhält es sich  mit dem Gewinn, den ein Unternehmen erzielen möchte. Der Gewinn, den ein Unternehmen erzielt, errechnet sich aus der Differenz der erzielten Erlöse E und der aufgewendeten Kosten K.

Die Erlöse ergeben sich aus den Ausgaben für Konsum von Lohnempfängern, aus den Einnahen beim Verkauf von Waren und aus den Einnahmen aus getätigten Investitionen:

Dabei bedeuten:

  • LE  die Erlöse aus Ausgaben durch Bezieher von Löhnen,
  • SE Erlöse aus dem Verkauf von Waren
  • IE Erlöse aus Investitionen, die von anderen Betrieben getätigt wurden.

Die Kosten K eines Unternehmens setzen sich in unserem Modell zusammen aus:

Dabei bdeuten:

  • LK die Kosten für zu zahlende Löhne,
  • SK die Sachkosten,
  • IK Zahlungen für Investitionen,
  • G Gewinn der ausgeschüttet werden soll

Wegen der oben erwähnten Kreisläufe gilt:

Das in Form von Lohnkosten ausgegebene Geld LK kommt in Form der Erlöse LE wieder zurück. Gleiches gilt für die Sachkosten und die Kosten für Investitionen. Berechnet man nun die Differenz aus Erlösen und Kosten erhält man:

Die Differenz aus Erlös und Kosten ergibt einen negativen Gewinn, d.h. das für den Gewinn G vorgesehene Geld kommt in unserem Modell nicht vor. In diesem geschlossenen System kann der Gewinn nicht erwirtschaftet werden. Wird dem System ein Gewinn entnommen, entsteht ein Deffizit.

Aber Unternehmen machen doch Gewinne!

In der Realität machen reale Firmen reale Gewinne. Wie ist dieser Umstand mit unserem Modell zu vereinbaren? Einfach dadurch, dass die Erlöse nicht allen Abteilungen unseres fiktiven Großunternehmens zugute kommen, sondern nur einzelnen Abteilungen. Andere Abteilungen erzielen insgesamt zu wenig Erlöse, sodass sie schlussendlich vom Markt verschwinden.

Der Zwang zur Globalisierung

Wie unser Modell gezeigt hat, kann in einem geschlossenen Wirtschaftsraum kein Gewinn erwirtschaftet werden. Der Ausweg besteht darin, Produkte und Dienstleistungen zu exportieren. Diese Methode funktioniert allerdings nur dann, wenn man mehr exportiert als man importiert, wenn man also einen Handelsbilanzüberschuss erzielt. Volkswirtschaften sind  gezwungen möglichts viel zu exportieren, sie müssen ihre Handelsbeziehungen möglichst international gestalten. Sie sind zur Globalisierung verdammt.

Damit ist das Problem, dass in einem geschlossenen Wirtschaftsraum keine Gewinne erwirtschaftet werden können, allerdings nicht gelöst, denn betracht man alle Volkswirtschaften zusammen wiederum als einen einzigen Wirtschaftsraum, ergibt sich die selbe Problemstelung wie auf nationaler Ebene. Unterm Strich können keine Gewinne erwirtschaftet werden.

Der Markt erzeugt Arbeitslosigkeit

In einer freien Marktwirtschaft ist Konkurrenz einer von mehreren Faktoren bei der Bildung von Preisen. Im Bestreben günstiger als die Konkurrenz produzieren zu können, sind Unternehmen gezwungen, die Produktivität ihrer Mitarbeiter stetig zu steigern. Sie müssen entweder die selbe Stückzahl mit weniger Mitarbeitern oder mit gleich viel Mitarbeitern eine größere Stückzahl produzieren.

Bleibt die produzierte Menge gleich, werden Arbeitnehmer freigesetzt. Kann eine gesteigerte Menge von Produkten nicht abgesetzt werden, kommt es zu einem Verdränungswettbewerb unter den konkurrierenden Unternhemen, was letzlich wieder zur Freisetzung von Arbeitnehmern führt.

Eine stetige Steigerung der Produktivität ist nur in einem Markt, der unbegrenztes Wachstum erlaubt, möglich. In einer endlichen Welt gibt es solch einen Markt nicht.

Mit der zunehmenden Freisetzung von Arbeitnehmern verlieren die Unternehmen aber Kunden, die ihre Produkte kaufen sollen. Ein Teufelskreis, der zur Verarmung der Arbeitgeber führt und in Folge mehr und mehr Unternehmen vom Markt drängt.

Ein Durchbrechen dieses Teufelskreises gelingt nur durch Wachstum, aber wie gesagt, in einer endlichen Welt ist unbegrenztes Wachstum nicht möglich.

Der Markt erzeugt Kartelle und Monopole

Mit der systematischen Nutzung technischer Errungenschaften hat der Markt eine besondere Dynamik erfahren. Die Nutzung von Technik ermöglicht den Unternehmen eine dramatische Steigerung der Produktivität. Möchte ein Unternehmen konkurrenzfähig bleiben, muss es ständig in die Beschaffung neuer Maschinen investieren um billiger produzieren zu können als die Konkurrenz. Um diesen Wettbewerbsvorteil zu kompensieren, müssen die Mitbwerber nachziehen und ebenfalls in neue Maschinen investieren. Wer in diesem stetigen Wettbewerb nicht mitkommt, verschwindet vom Markt.

Dieser Wettbewerb wird schließlich dadurch noch verschärft, dass die meisten Märkte irgendwann gesättigt sind. In dem resultierenden Verdrängungswettbewerb überleben nur jene Unternehmen, die am billigsten produzieren können. Dies sind meist kapitalstarke Großkonzerne. Sie profitieren davon, dass die eingesetzte Technik umso billiger wird, je größer die produzierte Stückzahl ist. Kleine Firmen werden dadurch vom Markt gedrängt, es verbleiben einige wenige Konzerne, die ganze Branchen beherrschen.

Die folgenden Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen diese Entwicklung: Im Jahr 2012 machten Großkonzerne nur ein Prozent der deutschen Firmen aus, aber sie generierten in diesem Jahr 68 Prozent des gesamten Umsatzes. Gleichzeitig sind 81 Prozent der Firmen Kleinstbetriebe, gemeinsam kommen sie aber nur auf sechs Prozent des gesamten Umsatzes. In der BRD kontrollieren wenige Großkonzerne die gesamte Wertschöpfungskette von den Rohstoffen bis hin zum Absatz.

Der Prozess der Monopolisierung betrifft nicht nur die „klassischen Märkte“, er tritt auch in den „neuen Märkten“ eindrucksvoll zu Tage. Im IT Bereich war bis in die 80er Jahre IBM ein beinahe Monopolist. Im Bereich der Betriebssysteme wurde IBM von Microsoft abgelöst, das seine Vorherrschaft bis heute erhalten konnte. Auch im Internet haben sich binnen weniger Jahre einige wenige Großkonzerne wie Amazon, Facebook und Google durchgesetzt. Für kleine Internetfirmen bleiben nur noch Nischen in denen kaum Umsatz gemacht weren kann.

Der Markt ezeugt Armut

Ein Paradoxon, das dem Markt inhärent ist, beschreibt schon Friedrich Engels:

„Ein Teil des Kapitals zirkuliert mit ungeheurer Schnelligkeit, ein anderer liegt tot im Kasten. Ein Teil der Arbeiter arbeitet vierzehn, sechzehn Stunden des Tages, während ein anderer faul und untätig dasteht und verhungert.“

„Heute geht der Handel gut, die Nachfrage ist sehr bedeutend, da arbeitet alles, das Kapital wird mit wunderbarer Schnelligkeit umgeschlagen, der Ackerbau blüht, die Arbeiter arbeiten sich krank – morgen tritt eine Stockung ein, der Ackerbau lohnt nicht der Mühe, ganze Strecken des Landes bleiben unbebaut, das Kapital erstarrt mitten im Fluss, die Arbeiter haben keine Beschäftigung, und das ganze Land laboriert an überflüssigem Reichtum und überflüssiger Bevölkerung.“

Mit der Technisierung der Produktion trat in der Ökonomie ein neues Phänomen auf: Überproduktion und in der Folge Absatzschwierigkeiten. Ausgerechnet der Umstand, dass durch die wirtschaftliche Entwicklung ein Teil der Gesellschaft reich genug geworden war, um auf den Kauf von Produkten verzichten zu können, kann zu Konjunkturkrisen führen, weil der Absatz stockt. Konjunkturkrisen wiederum führen zur Freisetzung von Arbeitskräften wodurch die Nachfrage weiter sinkt.

In Konjunkturkrisen steigt durch ein Überangebot von Arbeitskräften der Druck für Arbeitnehmer. Selbst Gewerkschaften können in diesen Phasen eine Verschlechterung der ökonimschen Verhältnisse von Arbeitnehmern nicht verhindern.

Fazit

Wie wir gezeigt haben, werden Märkte, entgegen der von Ökonomen vertretenen Wirtschaftstheorien, von folgenden Faktoren maßgeblich beeinflußt:

  • der Markt erzeugt kein stabiles Gleichgewicht,
  • in einem geschlossenen Markt können keine Gewinne erwirtschaftet werden,
  • der Markt erzwingt Globalisierung,
  • der Markt erzeugt Arbeitslosigkeit,
  • der Markt erzeugt Kartelle und Monopole,
  • der Markt erzeugt Armut

All diese Faktoren führen zu einem periodischen Verhalten von Märkten. Ausgehend von einem niedrigen Niveau wachsen Märkte bis zu einem kritischen Punkt. Wird dieser Punkt überschritten kommt es zu einer Krise, dier Märkte schrumpfen. Dieser Prozess wiederholt sich in periodischer Regelmäßigkeit.

Die Immobilienkrise, die daraus resultierende Finanz- und Währungskrise und schließlich die Staatsschuldenkrise sind Anzeichen dafür, dass unser System dabei ist, einen kritischen Punkt zu überschreiten und in eine veritable Krise zu schlittern.

Das Versagen der Politik besteht nicht darin, die Krise nicht verhindern zu können, sondern darin, den Bürgern nicht zu sagen, dass diese Krise unausweichlich ist. Sie ist dem System Marktwirtschaft inhärent!  Die Bürger erleben Politiker, die so tun, als hätten sie alles unter Kontrolle, während sich die Situation vieler Bürger permanent verschlechtert. Die Zahl der Arbeitslosen steigt stetig während gleichzeitig die Realeinkommen sinken. Soziale Standards werden permanent gesenkt. Die Folge ist, dass die Bürger zunehmend das Vertrauen in die etablierten Parteien verlieren und verstärkt Portestparteien bzw. populistische Parteien wählen. Zur wirtschaftlichen Krise kommt die gesellschaftliche.

In ihrer derzeitigen Form sind die Theorien der Mainstreamökonomen obsolet!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.