Österreich ist barrierefrei

Mit Jahreswechsel ist das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG) in Kraft getreten. Es regelt ganz generell in allen Lebensbereichen die Gleichstellung von Personen mit Behinderungen.

Österreichs Behinderte könnten also jubeln, wenn es da nicht ein kleinen Wermutstropfen gäbe.

Mit 1.1.2016 müssen alle Neubauten barreirefrei sein, für ältere Gebäude gibt es eine Zumutbarkeitsgrenze von 5.000€ für den Adaptierungsaufwand.

Diese Zumutbrakeitsgrenze dürfte wohl sehr schnell erreicht sein, denn wenn Behinderte in meinem Heimatbezirk zum Zahnarzt müssen, haben sie eine Treppe (selbstverständlich ohne Lift) zu überwinden. Im selben Gebäude, noch ein Stockwerk höher, befindet sich ein öffentlicher Notar, natürlich auch nur ausschließlich über eine Treppe erreichbar. Die im Bezirk niedergelassenen Augenärzte haben ihre Praxen im 1. Stock und sind ebenfalls nur über eine Treppe ereichbar. Der Eingang zur Filiale meiner Hausbank ist, (natürlich) nur über eine Treppe erreichbar. Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen.

War es in all diesen Fällen wirklich nur das Überschreiten der Zumutbrakeitsgrenze, das eine Adaptierung der Gebäude verhindert hat?

Bei der Wahl der Hausbank gäbe es für die Betroffenen barrierefreie Alternaitven im Ort, im Fall des Zahnarztes, der Augenärzte und des Notars sind die möglichen Alternativen für die Betroffenen nur mit erhöhtem zeitlichen Aufwand zu erreichen.

Wie es scheint, hat es unser Gesetzgeber geschafft, einen ziemlich zahnlosen Papiertiger namens Behindertengleichstellungsgesetz zu schaffen. Wir hoffen, dass es dem Gesetzgeber ehestbaldig gelingen möge, all jene Barrieren im Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz zu entsorgen, die eine Gleichstellung von Behinderten nach wie vor verhindern. Das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz sollte möglichst bald barrierefrei werden.

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