Denkverbote?

Kaum zu glauben, aber es ist schon wieder etwas passiert. Unsere BM.I. hat in Zeiten, in denen der jihadistische Terror Europa endgültig erreicht hat, einen genialen Vorschlag, wie Österreichs Sicherheit zu schützen wäre:

Es soll keine Denkverbote mehr geben.

Denkverbote in Österreich

Mit Erstaunen nehmen wir zur Kenntnis, dass es in Österreich Denkverbote gibt. Allerdings stellt sich unweigerlich die Frage, wer hat diese Denkverbote erlassen? Von wem werden sie überwacht? Wie und von wem werden sie geahndet? Gibt es etwa eine Gedankenpolizei? Falls sie existieren sollte, wäre sie wohl dem Innenministerium unterstellt. Aber wie es scheint ist sie so geheim, dass ihre Existenz sogar dem wachsamen Auge der BM.I. verborgen blieb. Doch scheint unsere BM.I. nichts von der Existenz einer Gedankenpolizei zu wissen. Wie sonst könnte sie die Abschaffung von Denkverboten und damit die Auflösung der Gedankenpolizei fordern?

So radikal und mutig die Forderung nach Abschaffung von Denkverboten auch klingt, scheint es doch, als glaube die BM.I. nicht wirklich an die völlige Freiheit der Gedanken. Sie meint, es gäbe Gedanken vor deren Gefährlichkeit die Gesellschaft geschützt werden müsse, nicht vor den Auswirkungen, wenn sie in die Tat umgesetzt werden, nein schon vorher, also präventiv. Noch ist nicht geklärt, ob es Polizisten sein werden oder Beamte des Innenministeriums, die beurteilen, ob jemand Gefährliches denkt, aber in irgendeiner Form wird es wohl geschulte, beamtete Gedankenleser geben, die unfehlbar darüber urteilen, ob sich jemand schuldig gemacht hat, ein gefährlicher Denker zu sein.

Der gesetzestreue Bürger sieht sich nun freilich mit folgendem unauflösbar scheinenden Paradoxon konfrontiert: wie lassen sich Denkverbote durch neue Denkverbote bekämpfen, wie läßt sich die Gedankenfreiheit mittels Denkverboten verteidigen?

Fußfessel als Wahrer der Gedankenfreiheit

Unserer BM.I. ist es freilich gelungen, diesen gordischen Gedankenknoten mit einem genialen Hieb zu durchschlagen. Wenn es schon nicht möglich sein sollte, die gefährlichen Gedanken selbst zu fesseln, sie quasi in Gedankenfesseln zu legen, dann sollte durch eine physische Fesselung der Denker die von ihren Gedanken ausgehende Gefahr gebannt werden können. Die geniale Lösung unserer BM.I. lautet: als gefährlich erkannte Denker sollen mittels Fußfessel ihrer Gefährlichkeit beraubt werden.

Das einfache Kalkül lautet: die Fußfessel wird gefährliche Denker an ihr zu Hause fesseln. Dort, aller sozialen Kontakte beraubt, werden sie keine Möglichkeit haben, ihr gefährliches, verbotenes Gedankengut zu verbreiten. Dem zweifelnden Bürger wird versichert, dass die Fußfessel für ihren Träger die völlige soziale Isolation bedeutet. Der einzig verbleibende Ausweg über soziale Netzwerke Kontakt mit der Außenwelt aufzunehmen, ist nur ein scheinbarer. Digitale Kommunikation kann vollständig überwacht und protokolliert werden. In Bits und Bytes gegossene gefährliche Gedanken lassen sich auf Vorrat speichern. Solchermaßen dienen sie als Nachweis des bösen Vorsatzes, welcher entsprechend zu ahnden ist. Aus der präventiven Fußfesselung folgt unmittelbar die verwahrende Fußfesselung.

Fazit

Der Plan unserer BM.I., Gedankenverbote mittels Fußfessel und Gedankenkontrolle zu verteidigen, ist einfach genial. Der einfache Bürger mag durch solche Genialität ein wenig überfordert sein. Er mag die Genialität dieses Gedankenganges nicht nachvollziehen können, es mögen ihm leise Zweifel erwachsen. Es könnte auch sein, dass ihn der Gedanke, einer seiner Gedanken könnte ein gefährlicher Gedanke sein, erschreckt. Es könnte sein, dass die Furcht vor den nicht denkbaren, vor den verbotenen Gedanken, die ihm irgend wann kommen könnten, dass sich diese Furcht in Aversion wandeln könnte. Es könnte sein, dass sich in ihm Gedanken des Widerstandes gegen diesen Plan regen. Dies wären gefährliche Gedanken, denn sie gefährdeten unmittelbar Österreichs Sicherheit. Damit fände er sich unmittelbar im Kreise jener wieder, gegen die sich der Plan unserer BM.I. richtet. Also im Kreise jener, die mittels Fußfesselung am gefärhlichen Denken gehindert werden sollen. Die Angst vor der drohenden Fesselung seiner Gedanken zwingt ihn in einen Teufeslkreis aus steigender Aversion und gesteigerter Angst der zwangsweise in der Fußfesselung mündet.

Solcherart wird Österreich eines der sichersten Länder der Erde sein, jegliches gefährliches Denken wird in Fesseln gelegt sein und der Rest ist grenzenlose Gedankenfreiheit.

 

 

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